5. Sonntag nach Trinitatis
Leitmotiv: Jesus nachfolgen
Wochenspruch: „Aus Gnade seid ihr selig geworden durch den Glauben, und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es.“ Epheser 2,8

Freitag: 2. Thessalonicher 3,1-5

Es wäre ein fataler Fehlschluss, daraus zu folgern, dass die „Ungläubigen“ generell „falsche und böse Menschen“ sind. Man wird aber wohl herauslesen dürfen, dass es typisch für „falsche und böse Menschen“ ist, den Glauben abzulehnen. Unter „Glaube“ in diesem Zusammenhang eine bestimmte Glaubensrichtung zu verstehen, würde gerade wieder zu jenem Fehlschluss zurückführen. Anders ist es, wenn wir „Glaube“ hier ganz allgemein mit „Vertrauen“ übersetzen, was auch völlig korrekt ist.

Dann passt es: Menschen, die in sehr vielen Verhaltensweisen Falschheit und Bosheit an den Tag legen, lassen sich vom Misstrauen bestimmen. Vertrauen scheint ihnen Schwäche zu sein, darum versuchen sie, so viel wie möglich zu kontrollieren und so wenig wie möglich auf andere angewiesen zu sein. Bei Menschen, die ganz in den Sog dieses Misstrauens geraten, entwickelt sich eine paranoide Grundhaltung. Wenn sie Macht haben, missbrauchen sie diese, um andere zu beherrschen und zu unterdrücken. Sie wollen die totale Kontrolle.

Kennzeichnend für echten christlichen Glauben ist erstens, dass er mit solchen Machenschaften nicht vereinbar ist. Wenn sie sich doch auch unter Christen etablieren, sind sie dort völlig deplatziert, denn die treibende Kraft des christlichen Glaubens ist das Vertrauen. Das hält auch der Apostel hier mit Nachdruck dem Misstrauen der „falschen und bösen Menschen“ entgegen. Vor allem erinnert er an die Vertrauenswürdigkeit des Guten Hirten, der seine Schafe vor den Misstrauenswölfen im Umkreis der Herde wie auch vor den Wölfen im Schafspelz in ihr selbst bewahren und ans Ziel bringen wird.

Das Wort, das „läuft und gepriesen wird“, ist die einladende Bezeugung der absoluten Vertrauenswürdigkeit Gottes.



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