Septuagesimä
Leitmotiv: Lohn und Gnade
Wochenspruch: „Wir liegen vor dir mit unserm Gebet und vertrauen nicht auf unsre Gerechtigkeit, sondern auf deine große Barmherzigkeit.“
Daniel 9,18

Mittwoch: Jeremia 9,22-23

Das allein Rühmenswerte im Leben eines Menschen ist seine Hoffnung. Wahre Hoffnung ist nicht irgendeine Hoffnung, sondern das, was Jeremia hier beschreibt. Erstens ist Gott das Ziel dieser Hoffnung. Zweitens nicht irgendein Gott oder die Eigenschaft oder ein bestimmtes Handeln irgendeines Gottes, sondern der durch und durch barmherzige und gerechte Gott, dessen barmherziges und gerechtes Wesen sich auf dieser Erde, unter dieser Menschheit, erkennbar auswirkt. Sich auf diesen Gott auszurichten und auf nichts sonst, ihn allein kennen und kennenlernen zu wollen, ist wahre Lebensklugheit.

Die Barmherzigkeit ist das Wesen dieses allein glaubwürdigen Gottes, die Gerechtigkeit steht in ihrem Dienst. Gott ist gerecht, weil er barmherzig ist, um der Barmherzigkeit willen. Barmherzigkeit ist das Wegnehmen von Not. Gerechtigkeit ist der Weg dorthin, nicht nur im Sinne des Recht-Schaffens, sondern auch im Sinne des Zurechtbringens. Gerechtigkeit setzt dem Bösen die Grenze und ordnet die Verhältnisse der Menschen, die aus dem Gleichgewicht gekommen sind, so, dass ihre Not behoben ist.

Die Hoffnung auf Barmherzigkeit und Gerechtigkeit ist klug in sich, auch ohne Kenntnis des barmherzigen und gerechten Gottes. Aber mit ihr ist sie klüger. Im Erfassen der göttlichen Garantie der Erfüllung dieser Hoffnung liegt mehr Kraft als im eigenen Entschluss und im vagen Glauben an die Menschlichkeit der Menschen. Und indem wir das Ideal unserer Hoffnung in Gott suchen, also jenseits unserer eigenen Möglichkeiten, Vorstellungen und Sichtweisen, bleibt es frei von unseren ideologischen Entstellungen.



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