2. Sonntag nach Trinitatis
Leitmotiv: Gott lädt uns ein
Wochenspruch: „Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.“ Matthäus 11,28

Montag: Epheser 2,17-22

Der Heilige Geist schafft Frieden, indem er scheinbar unüberwindliche Gegensätze vereint. Er vereint sie, indem er ihnen einen gemeinsamen Bezugspunkt gibt. Das ist der „Eckstein“. Es ist kein verschließender, sondern ein öffnender Stein: Er schafft den Zugang zum Vater. Somit ist das ein deutlich trinitarischer Text: Der Heilige Geist bewirkt Frieden und Einheit unter den Menschen, indem er sie in Christus zusammenfügt und ihnen dadurch die Tür zum Vater öffnet.

Diese Einheit kennt keine Zugehörigkeitsklassen. „Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen“ zu sein meint absolute Gleichwertigkeit, Gleichberechtigung und Ebenbürtigkeit. Es gibt natürlich sehr verschiedene Funktionen der Teilnehmenden an dieser Einheit, darunter auch zentrale Dienstfunktionen, die mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen und höhere Verantwortung beinhalten. Aber diese höhere Verantwortung ist nicht mit hierarchischen Vorrechten und höherem Wert verbunden. Es ist eine Verantwortung, die aus dem organischen Wachstum dieses lebendigen Gebäudes entsteht, wie der Stamm und die Äste das Ganze des Baums je länger je mehr tragen, einfach weil sie zum Tragen vorgesehen sind und in den Dienst des Tragens hineinwachsen. Das Gegenstück und Zerrbild dazu ist die starre klerikale Ämterhierarchie.

Das gesunde, organische Wachstum ist entscheidend für den Gemeindebau: Hineinwachsen in tragende Aufgaben, so wie junge Menschen erwachsen werden, reif werden, Eltern zu sein und im Beruf verantwortliche Positionen zu übernehmen. So muss auch die Gemeinde wachsen. Andernfalls unterscheidet sie sich strukturell kaum von Interessengemeinschaften wie etwa Kaninchenzüchtervereinen.



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