2. Sonntag nach Trinitatis
Leitmotiv: Gott lädt uns ein
Wochenspruch: „Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.“ Matthäus 11,28

Donnerstag: Jesaja 55,1-5

„Hört, so werdet ihr leben.“ Hört nicht, so werdet ihr das Leben dort suchen, wo es nicht zu finden ist. Wer hört, stillt seinen Lebensdurst. Wer nicht hört, wird nicht satt von dem, was er sich einverleibt. Wir betrügen uns selbst, wenn wir den Appell zum Hören auf Gottes Wort beschränken, denn wer nicht überhaupt zu hören übt, der hört auch Gottes Reden nicht.

Die Voraussetzung des Hörens ist das Stillsein. Still werde ich, wenn ich schweige, und hören kann ich nur, wenn ich schweige. Es ist kein krampfhaftes Schweigen, sondern es ist Achtsamkeit - hörendes, wahrnehmendes, empfangendes Schweigen. Am nötigsten haben wir dieses Hören in der Not. Jede Not wird nur bewältigt, indem man sich ihr stellt. Wir stellen uns der Not, indem wir sie ungefiltert wahrnehmen. Das kann sehr schmerzlich sein, aber diese Art des zugelassenen, wahrgenommen und bejahten, wenn auch nicht gewollten Schmerzes, ist heilsam. Wenn wir uns diesem Hören verschließen, lernen wir nicht und finden keinen guten Weg zur Bewältigung der Not. Wir halten nicht stand und überwinden darum nicht.

Diese Art des achtsamen, standhaften Hörens nennt die Bibel „Geduld“. Die Kraft der Geduld ist die Kraft der Authentizität des Glaubens. Das ist es, was die Welt braucht, darum ist es das allein, was den Glauben und die Glaubenden für alle Welt attraktiv macht. Die hohe Schule der Krisenbewältigung ist die hohe Schule der wahren Bedürfniserfüllung. Danach sucht jeder Mensch.



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