Trinitatis
Leitmotiv: Der Dreieinige Gott
Wochenspruch: „Heilig, heilig, heilig ist der Herr Zebaoth; alle Lande sind seiner Ehre voll.“ Jesaja 6,3

Inhaltliche Zusammenfassung

Das absolut positive trinitarische Gottesbild, das im aaronitischen Segen bereits stark aufscheint (Num 6,22-27) und das Paulus am Ende des 2. Korintherbriefs klar formuliert (2Kor 13,11-13), zieht sich nicht einheitlich durch die Schriften der Bibel, sondern es musste sich erst allmählich durchsetzen. In der Berufungsgeschichte Jesajas (Jes 6, 1-13) dominiert noch deutlich der Angstgott wie auch in vielen anderen prophetischen Schriften des Alten Testaments. Auch die Versöhnung, zentraler Gedanke des Neuen Testaments, hat dort nichts zu tun mit dem freundlichen, barmherzigen und liebevollen persönlichen Angenommensein beim Vater, das Jesus verkündete und vermittelte. Es ähnelt eher der traumatischen Erfahrung, einen Blitzschlag überlebt zu haben: Es ist gerade noch einmal gut gegangen - Gott hat mich vor seinem rasenden Zorn gnädig bewahrt. Um so schwerer wiegen jene beiden trinitarisch gegliederten Segensformeln wie auch die anderen Texte dieser Woche als notwendiges Gegengewicht zur Angst vor Gottes Zorn. Sie trösten uns mit der Überzeugung, dass das Wesen der Trinität die Liebe ist.

Weil der dreieinige Gott die Liebe ist, darum ist auch der Glaube ein vollkommen positives und reines Geschenk, auch wenn er Krisenerfahrungen braucht, um zu wachsen. Dass wir ihn nicht machen können, soll uns nicht beängstigen, sondern mit Dankbarkeit erfüllen. Über seine Wirkungen dürfen wir uns einfach freuen und sie so wie das trinitarische Wesen Gottes und sein Handeln an der Welt mit Staunen und Bewunderung meditieren (Joh 3,1-15; Rö 11,33-36; Eph 1,3-14).

Wenn die Maximen des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe uns bestimmen, findet unser Leben Sinn und Erfüllung und unsere Gemeinschaft wird wahrhaftig und stark, von Friede und von Freude gesprägt (2Kor 13,11-13). Mit unseren Entscheidungen können wir selbstbestimmt der Spur folgen, die wir als vernunftgemäß erkennen, beseelt von der Mission, dass Glaube, Hoffnung und Liebe uns selbst und alle Welt immer mehr erfassen (Joh 3,1-15). Die Echtheit des Glaubens bewirkt Ehrlichkeit der Selbsterkenntnis. Wie Jesaja finden auch wir in der Selbsterkenntnis unsere Berufung. Echte Berufung - und somit auch echte Professionalität! - ist das selbstverständliche und selbstbewusste Stehen zu den eigenen Gaben und Grenzen. Wir müssen niemand etwas vorspielen; wir sind, wie wir sind, und geben, was wir können. Diese Einfalt der Berufung führt in einer Welt, die den Schein mehr achtet als das Echte und Wahre, zu Leidenserfahrungen (Jes 6,1-13).

Vorschläge zur Vertiefung
  • Häufig wird die Beziehung des Sohnes zum Vater in der Trinität damit erklärt, dass der Sohn durch den Tod am Kreuz den Zorn des Vaters stillt. Wie geht es Ihnen mit dieser Erklärung?
  • „Ubi amor, ibi trinitas“: „Wo Liebe ist, da ist auch Trinität“. Meditieren Sie diesen Satz Augustins.
  • Meditieren Sie den aaronitischen Segen (Num 6,22ff). Paraphrasieren Sie ihn, d.h.: Drücken Sie seinen Inhalt in eigenen Worten aus.



E-Mail: info@isa-institut.de       Datum der letzten Änderung: 25.05.2018