Miserikordias Domini
Leitmotiv: Der Gute Hirte
Wochenspruch: „Ich bin der gute Hirte. Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben.“ Johannes 10,11.27-28

Mittwoch: 1. Petrus 5,1-7

„Welches ist mein Verhältnis zu den Menschen? Füreinander sind wir alle da; und in einer andern Hinsicht bin ich zu ihrem Vorgesetzten geworden, wie der Widder für die Schafe und der Stier für die Rinder“. Marc Aurel

Die Ältesten der Urgemeinde galten als deren Leiter. Darunter wurde erstens verstanden, dass sie die seelsorgerliche Hauptverantwortung für die Gemeinde übernahmen - das meint „Weidet die Herde“. Das pastorale Bild besagt ja, dass jedes Mitglied der Gemeinde seinen guten Platz findet, an dem es sich frei und gern seinen Gaben und Bedürfnissen gemäß entfalten kann und zufrieden furchtlos leben kann. Darauf zu achten ist die seelsorgerliche Grundaufgabe; nicht von ungefähr sagt man in der katholischen Kirche zur Seelsorge darum auch „Pastoral“. Zweitens wurde Vorbildlichkeit darunter verstanden. Vorbilder sind Menschen, die ein Modell geben, an dem man sich selbst orientieren kann. Vorbilder leiten viel weniger durch Verordnungen als durch die Überzeugungskraft ihrer Herzenshaltung - ihre Authentizität. Die Einstellung ist das Wesentliche. In der Einstellung erweist sich die Berufung.

Die Unterordnung der „Jüngeren“ meint in der Praxis die aktive Unterstützung des pastoralen Dienstes der Ältesten durch die Gemeinde, die ja nach der Urordnung insgesamt aus Jüngeren besteht, sofern wir den Begriff „Älteste“ buchstäblich nehmen. Es geht hier also nicht in erster Linie um die Jugend. Der Begriff, in dem die Einstellung der Ältesten mit der Einstellung der Jüngeren verschmilzt, ist die Demut. Darunter ist der Herkunft des deutschen Wortes nach vor allem „Mut zum Dienst“ zu verstehen, unbeirrte Dienstbereitschaft also. Gemeinsame Ausrichtung ist die Sorglosigkeit im Festhalten an den absolut vertrauenswürdigen Gott, der unter allen Umständen für alle, die Jüngeren wie auch die Ältesten, sorgen wird. Im Vertrauen auf ihn und in der Ermutigung zum Vertrauen auf ihn liegt auch der seelsorgerliche Schwerpunkt des pastoralen Dienstes.



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