Miserikordias Domini
Leitmotiv: Der Gute Hirte
Wochenspruch: „Ich bin der gute Hirte. Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben.“ Johannes 10,11.27-28

Freitag: Hebräer 13,20-21

Der große Hirte hat selbst einen großen Hirten, der ihn durch das Tal des Todes geführt hat. Darum heißt es andernorts im Hebräerbrief: „Und er hat in den Tagen seines irdischen Lebens Bitten und Flehen mit lautem Schreien und mit Tränen dem dargebracht, der ihn vom Tod erretten konnte; und er ist auch erhört worden, weil er Gott in Ehren hielt“ (5,7). Sein Sterben am Kreuz sieht nicht gerade nach Erhörung aus. Aber dass er es in der Kraft des Glaubens durchleiden konnte, darin liegt die Erhörung. Dass Glaube, Hoffnung und Liebe ihn bis zuletzt bestimmten. Darum kam er nicht um im finstern Tal, obwohl er sein Leben darin verlor.

Der große Hirte des großen Hirten ist der Gott des Friedens. Darin ist Jesus erhört worden: Dass er bis zum letzten Atemzug im Frieden blieb, dass er im Frieden starb. Das bewirkte die Kraft des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe in ihm.

Durch Glaube, Hoffnung und Liebe führt der Gott des Friedens auch uns, die wir uns an unserem großen Hirten orientieren, weil er uns zu seinen Schafen gemacht hat, durch unsere Täler des Todes und aus diesen Tälern hinauf ins wahre Leben. Der Weg, den wir da finden, heißt „Tüchtigkeit zu allem Guten“. Das gefällt dem Gott des Friedens, das ist sein Wille. „Tüchtigkeit zu allem Guten“ ist, kurz gesagt, nichts anderes als das, was man seit jeher „Tugend“ nannte. Tugend ist das, was zum Leben taugt, gelingendes Leben. Gelingendes Leben ist Leben gemäß unserer natürlichen Bestimmung. Menschliche Menschen sind wir, wenn der Gott des Friedens uns bestimmt, durch Glaube, Hoffnung und Liebe, und wenn diese Kraft sich auf unseren Wegen durch die finsteren Täler bewährt.



E-Mail: info@isa-institut.de       Datum der letzten Änderung: 14.04.2018