3. Advent
Leitmotiv: Gott den Weg bereiten
Wochenspruch: „Bereitet dem Herrn den Weg, denn siehe, der Herr kommt gewaltig.“ Jesaja 40,3.10

Sonntag: Matthäus 11,2-10  Evangelium

Es geht hier um das Thema „Erwartungen“. In dieser Hinsicht ist Verunsicherung entstanden. Johannes hat sich das Kommen des Messias anders gedacht und die Menschen, die Johannes in der Einöde aufsuchten, um ihn zu hören, hatten sich einen Prediger vorgestellt, dessen Botschaft in Stil und Inhalt auf interessante Weise einen Trend der öffentlichen Meinung wiedergibt (oder, was ganz ähnlich ist, alle Trends verteufelt) und der sich durch seine äußere Erscheinung legitimiert. Das wäre einer gewesen, „der etwas zu sagen hat“ mit der nötigen Autorität. Aber Propheten sind anders. Sie passen in kein Schema. Menschen, die in kein Schema passen, verunsichern und lassen viele andere auf Abstand gehen. Und aus diesem Abstand heraus werden sie auch missverstanden.

Das Spezifikum des Propheten besteht darin, dass er auf neue Weise von der Wahrheit kündet. Er sagt und tut, was jetzt gesagt und getan werden muss, weil die Zeit dafür gekommen ist, was aber vielen anderen, vielleicht sogar allen, noch nicht offenbar ist. Und doch ist es nicht einfach nur neu. Es hat Geschichte, es hat sich angebahnt. Es ist Erfüllung.

Die prophetischen Stimmen vereinen sich zu gegenseitig ergänzenden Gesamtaussagen und bilden somit die Kontinuität des offenbaren Redens Gottes in der Welt. Jesus bestätigt und ergänzt Johannes. Was Jesus ihm sagen lässt, entspricht genau der Grundbedeutung des Wortes „Symbol“: das „Zusammengefügte“. Die Symbole der Antike waren das, was heute Codes, Stempel, Unterschriften und Passwörter sind: zueinander passende Gegenstücke zur Beglaubigung. Man verwendete oft dazu zwei Stücke einer auseinandergebrochenen Tonscherbe, die sich zum Beweis gegenseitiger Glaubhaftigkeit nahtlos zusammenfügen ließen.

Die Bibel ist voller Symbole, voller Zeichen des kommenden Reiches Gottes. Kein Symbol spricht für sich allein - das Wort Gottes besteht nicht in einzelnen Bibelsprüchen. Jedes Symbol weist wieder über sich hinaus auf das dazu passende Gegenstück und diese beiden zusammen wiederum auf das nächste. All unser Erkennen bleibt fragmentarisch, aber im Stückwerk offenbart sich uns Gott.



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